Blankenhain zu Kriegszeiten

Blankenhain in Kriegszeiten (1450 - 1918 und Kriegsende 1945)

 

Blankenhain wurde nur selten in den letzten Jahrhunderten von den Kriegen verschont. Im Bruderkrieg, welcher im August und September 1450 stattfand, fiel die ganze Aussenstadt (das war zu diesen Zeiten der größte Teil von Blankenhain) dem Feind zum Opfer.

Aber man kann sagen, daß Blankenhain im Dreißigjährigen Krieg am schrecklichsten gelitten hatte. Plünderungen waren in dieser Zeit nichts ungewöhnliches, so wurde auch unsere kleine Stadt von den Truppen des schwedischen Feldmarschalls "Banér" in schrecklicher Weise ausgeplündert. In den Jahren 1639 und 1640 gab es wiederum Plünderungen, obwohl es nicht mehr viel zu holen gab. Die Kriege und die Zeit hatten ganz schön an Blankenhain genagt, denn 1642 waren von 142 Häusern nur noch 43 bewohnbar, von 700 Bewohnern waren nur noch 1/7 übrig und von 707 Äckern waren nur noch 70 bestellt. Eine magere Anzahl an "Haustieren" war auch nur noch nach den Plünderungen vorhanden (eine Kuh und sieben Ziegen). Auch vom Siebenjährigen Krieg, 1756 bis 1763, war unsere Gegend nicht unberührt geblieben. Vielmehr hatten die Bewohner durch die vielen Durchmärsche der Franzosen, Reichsarmee und Preußen schwer zu leiden. Noch bis zum Jahre 1769 mußte unsere kleine Stadt durch eine hohe Extrasteuer viele Tausende von Talern für Kriegskosten aufbringen.

Wie viele andere Städte mußte auch Blankenhain die französische Fremdherrschaft kennenlernen, denn am 4. Oktober 1806 kam die überraschende Nachricht, daß Napoleon bereits über den Frankenwald eingebrochen sei. Darauf hin wurde die preußische Hauptarmee teils nach Weimar, teils südlich davon nach Blankenhain dirigiert, während die Korbs unter dem Befehl des Fürsten Hohenlohe sich zwischen Kahla und Rudolstadt aufstellten. Nach mehreren Kämpfen folgte am 14. Oktober 1806 die bekannte und unglückliche Schlacht bei Jena und Auerstedt. Mit dieser Schlacht wurde die Grafenschaft Blankenhain französisch. Am 29. Dezember 1807 erhielt Blankenhain die erste französische Einquartierung, und das für eine lange Zeit. Die Truppen und auch Pferde mußten von den "restlichen" Blankenhainern verpflegt werden. Die Einquartierung der Franzosen war nicht gerade billig, denn sie kostete bis zum Mai 1808 ganze 20.000 Taler.

Der Zusammenbruch der Napoleonischen Herrlichkeit auf dem Schlachtfeld von Leipzig vom 16. bis 18. Oktober 1813, der nicht zuletzt der deutsch-russischen Waffenbrüderschaft zu danken war, bedeutete auch die ersehnte Befreiung für Blankenhain aus französischer Hand. Ganze zwei Tage lang, am 23. und 24. April 1814, feierte man den Einzug der Verbündeten in Paris. Zum einjährigen Jubeleum der Befreiung Blankenhains lohte ein Freudenfeuer auf dem Schafholzberg, in dessen Schein noch lange getanzt wurde.

Im Kriege 1870/71 hatte Blankenhain zwei Kriegsopfer zu verzeichnen. Der erste Weltkrieg brachte über unsere kleine Stadt viel Trauer und Wut, denn 113 Blankenhainer Männer sind damals im sinnlosen Kriege auf dem "Felde der Ehre" gestorben.


Kriegsende 1945

Am 12. April 1945 rückte die Kampfgruppe für Sonderaktionen Crater, welche sich aus dem 707. Panzer Bataillon (Btl.) der Kompanie A des 602. Panzerknacker Btl.; dem 89. Aufklärungstrupp; Sanitätern; dem 304. Feldartillerie Btl.; dem motorisiereten 1.Btl. des 353. Infantrie- Regiment und einem Zug der Kompanie C des 314. Pionier Btl. zusammensetzte in Blankenhain ein. Ab 8.30 Uhr bewegte sich die Kampfgruppe über Hohenfelden mit dem Auftrag vor, den weiteren Vormarsch durch Bad Berka und Blankenhain fortzusetzen und von da an in östlicher Richtung die Brücken über die Saale einzunehmen und zu halten.

Beim vorrücken in Richtung Blankenhain stieß die Division auf schweren Widerstand und mußte sich den Weg durch die Stadt erkämpfen. Die Division hatte 7 Tote, 67 Verwundete, 3 Vermißte während des Gefechts zu verzeichnen und nahm 190 Gefangene.
Das 3.Btl. stieß am 13. April 1945 um 12.20 Uhr ostwärts quer durch den Wald vor und besetzte Blankenhain. Die Div. stieß bei ihrem Vormarsch nach Osten auf vereinzelten Wiederstand. Sie verzeichnete 3 Tote, 2 Verwundete und 21 Vermißte während der Gefechte und nahm 712 Gefangene.
Im Raum Blankenhain-Schwarza verblieb das 354. Inf.Rgt. als Divisions Reserve.
Blankenhain wurde am frühen Abend des 12. April erobert und wurde am 13. April Standort des Regiments-Gefangenenlagers.

Einmarsch der Amerikaner








Impressum:
Quellennachweis: 700 Jahre Blankenhain / Heute vor 50 Jahren
Mit Unterstützung des Vereins für Stadt und Landgeschichte Blankenhain/Thüringen
Textbearbeitung: Stefan Eberhardt / Fred Ruppe