Das Blankenhainer Schulwesen

Das Blankenhainer Schulwesen


Die meisten Schulen, sind erst nach der Reformation gegründet worden. Aber in Blankenhain bestand nachweislich schon im Jahr 1500 eine Schule.
Im Zinsregister Blankenhain von 1500 findet sich die erste Erwähnung der Schule, "Hans Unrein, Wiesengrundstück mit Haus und Garten zinst der Schule". Im Jahre 1541 wurde in einem Register eine solche "Schulwiese" verzeichnet.
Diese städtische Schule entsprach einem wirtschaftlichen Bedürfnis. Auch die herrschaftliche Familie nahm die Dienste des Schulmeisters zur Ausbildung der gräflichen Kinder in Anspruch. Eine allgemeine Bürgerschule, die alle Kinder der Stadt besuchten, war es jedoch nicht.

1685 wurde erstmals eine Schulklasse für Mädchen errichtet. Bis zu diesem Jahre wurde die Schule nur von Jungen besucht. Die Fächer Lesen, Schreiben, Singen und Katechismus (Rechnen wurde nicht erwähnt) wurden gelehrt. Im Jahre 1725 mußten die Schüler eine neue Schule beziehen, denn die alte Schule war baufällig. Die Schule nahm eine rasche Aufwärtsentwicklung im Jahre 1733 waren drei Lehrerstellen vorhanden. In der Zeit um 1738 wurde erstmals Rechnen und Latinität (für größere Knaben) gelehrt. Eine neue Schule wurde 1825 gebaut. Der Sportlehrer Schilling stellte im Jahre 1860 einen Antrag zum Bau einer Turnhalle. Dieser wurde jedoch aus Geldmangel nicht gestattet. Im Winter diente der Rathaussaal als Turnhalle und im Sommer ein "Turngarten". Im Jahre 1862 diente die Schießanlage als Turnhalle, sie wurde aber nach einem ärztlichen Gutachten als Turnhalle verboten.

Von Beginn an sind die jeweiligen Schulgebäude zu klein. Obwohl später auch noch die Lehrerwohnungen in der alten Schule als Schulräume eingerichtet wurden, reichten sie von 1888 an nicht mehr aus.

Regelschule


Darum entschloß man sich nach langem Zöger 1897 endlich zum Bau der jetzigen Regelschule. Der Grundstein wurde am 1. Juni 1897 feierlich gelegt. Über eine gewaltige Holzrampe in der Wirthstraße zogen Pferde und Ochsen Stein für Stein in die oberen Etagen. Am 7. November 1898 war bereits die festliche Einweihung der damaligen Bürgerschule.

Ein Jahr später wurden schon 554 Schüler unterrichtet. Die Schule enthielt 12 große, lichte Klassenzimmer und im Erdgeschoß Räume für die Kochschule, ein Bad und eine Zentraldampfheizung.
Der schöne in Berkaer Sandstein ausgeführte Bau, der Blankenhain zur Zierde und seinen Behörden zur Ehre gereicht, kostete 100 000 Mark, wozu etwa 10.000 Mark staatliche Unterstützung gewährt wurde.
Leider fand die Anregung des Turnerbundes, gleichzeitig mit der Schule eine Turnhalle zu bauen wegen finanzieller Bedenken keine Unterstützung. Seitdem ist der Ruf nach einer Turnhalle nicht verstummt.

Zwischen den Jahren 1945 bis 1950 wurde die Schulspeisung eingeführt und von Jahr zu Jahr verbessert.
Am 7. Oktober 1962 wurde die Bürgerschule in "Friedrich - Leßner" Oberschule umbenannt.
Friedrich Leßner wurde 1825 in Blankenhain geboren und er war Mitglied der deutschen und internationalen Arbeiterbewegung.

Zur Betreuung der schulpflichtigen Kinder berufstätiger Eltern wurde 1967 ein Kinderhort gebaut. Ein Spielplatz, Terrasse, Steingarten und Rabatten wurden auch dafür angelegt.

Im Schuljahr 1990/91 wurde die Friedrich-Leßner-Oberschule zur Staatlichen Regelschule Blankenhain umbenannt.

1986 wurde der Grundstein für eine neue Schule gelegt. Der Bauablauf ging aber nur sehr schleppend voran, so das sie erst 1991 unter dem Namen „Albert-Schweitzer-Schule Blankenhain" übergeben werden konnte.
Die Baukosten betrugen ca. 12 Mio. DM.

Das "Albert - Schweitzer - Gymnasium" Blankenhain wurde mit beginn des Schuljahres 1997/98 in das "Staatliche Gymnasium Bad Berka Blankenhain Schulteil Blankenhain" umbenannt. Im staatlichen Gymnasium lernen je nach Schuljahr ca. 400 bis 500 Schüler.
Im Jahr 2003 erhielt das Gmynasium mit dem Schulteil Bad Berka einen neuen Namen: Marie-Curie-Gymnasium.






 

Quellennachweis: mit Unterstützung der Regelschule und des Gymnasiums Blankenhain (Textmaterial von der Projektgruppe "Unsere Schule wird 100 Jahre")
Photonachweis: Fred Ruppe