Schloss Blankenhain

Schloss Blankenhain

Schloss Blankenhain

Inmitten unserer Stadt, umgeben von alten Linden, erhebt sich das alte Blankenhainer Schloss. Wann der Grundstein dazu gelegt worden ist, bleibt wahrscheinlich ewig in Dunkel gehüllt. Unmöglich ist es nicht, daß es wie die Saaleburgen zum Schutz gegen die von Osten vordringenden Slaven erbaut wurde. Mit Sicherheit kann man jedoch nur behaupten, daß es so alt ist wie das Geschlecht der Herren von Blankenhain. Diese aber lassen sich erst ab 1252 urkundlich nachweisen. Von einer Burg in Blankenhain hören wir zum ersten Male etwas in einer Urkunde von 1279, in der ein Herr Heinrich von Meldingen (Mellingen) als Burgmann in Blankenhain genannt wird. Davon, daß das Blankenhainer Schloss eine Raubritterburg gewesen ist, wie oft behauptet wird, ist nichts bekannt. Sie würde sonst ihrem Schicksal nicht entgangen sein, als 1289 Kaiser Rudolph von Habsburg im nahen Erfurt fast ein Jahr lang Hof hielt und mit Räubern in Thüringen gehörig aufräumte. So bestrafte er u.a. in Ilmenau 29 Raubritter auf einmal mit dem Tode, nachdem ihre Burgen dem Erdboden gleich gemacht worden waren.

Erker- Vorbau
aus dem Jahre 1480

Von großer Pracht ist das Schloss nie gewesen. Der älteste Teil des jetzigen Schlosses stammt aus dem Jahre 1480. Es ist der hübsche Erker- Vorbau über dem Eingangstor, der besonders durch die Reihe seiner vier unteren und oberen Konsolen kräftig wirkt. Er trägt folgende Inschrift: „Anno dni MCCCCLXXX haben wir karl grave von glichen her zu Blankenhain dihs lassen machen.” In einer Nische über dieser Inschrift steht das gotisch verzierte Gleichensche Wappen, daß einen gekrönten Löwen zeigt.

 

Gleichensche Wappen

Es wird von zwei Gestalten gehalten. Die rechte Figur stellt den heiligen Christopherus dar, die linke einen Grafen von Gleichen.
Bei einem grossen Brand der Stadt Blankenhain im Jahre 1527 wurde das Schloss fast völlig zerstört und von den Grafen Wolf Sigmund und Karl von Gleichen-Blankenhain wieder neu aufgebaut.
Das Graf Wolf auch sehr grausam war, überliefert die Chronik: "An einem Sonntag im Jahre 1509 ließ Graf Wolf Hermann Meller aus Hochdorf mit den Ohren an das Stadttor von Blankenhain nageln und durch die Backen brennen."


Nach mehrfachem Besitzerwechsel kamen 1639 Burg und Herrschaft an die in Wien wohnenden katholischen Grafen von Hatzfeld. Vom 16.Jahrhundert bis 1815 diente die Burg als Sitz der herrschaftlichen Kanzleien. Die Zimmer des Schlosses waren auch nicht gerade wenig! Es gab damals neun Stuben und eine Kapelle, dazu noch unterschiedlich schwere Gefängnisse, worunter wahrscheinlich die Kellergewölbe unter dem ca. 25 Meter hohem Turm zu verstehen sind. Die Herrschaftliche Wohnung befand sich im 1.Stock.
Im Jahre 1667 brannte das Blankenhainer Schloss während des 30 jährigen Krieges wiederum ab und verwahrloste sehr. Darauf baute es der Graf Sebastian von Hatzfeld in den Jahren 1680 bis 1690 wieder ganz aus Stein auf. Eine Schönheit ist das Schloss nicht gerade, aber es ist sehr stabil gebaut. Die Mauerstärke schwankt zwischen einem und eineinhalb Metern, sie wurden aus einheimischen Sandstein aufgebaut. Weiterhin schützte ein Wassergraben das Blankenhainer Schloss.

Ab 1720 war es nur noch Sitz der Verwaltungsbehörden. Nach dem Übergang an Sachsen-Weimar stand es zunächst viele Jahre leer und diente dann als Rentbeamtenwohnung.
Im Jahre 1850 wurde aus dem Schloss ein Großherzogliches Karl-Friedrich-Hospital für Irre und unheilbar kranke Leute. Während des 2. Weltkrieges richtete sich in einem Teil des Schlosses der Blankenhainer SA-Sturm ein. Anfang 1946 wurde in diesen Räumen ein vorbildliches Jugendheim für die Mitglieder des antifaschistischen Jugendausschusses geschaffen. Das alte Schloss beherbergte damit eines der ersten Jugendheime in unserem Landkreis. Fröhliches Jugendleben hallte nun wieder in den alten Mauern. Im Rahmen des Weimar-Land-Planes wurde 1952 in den gleichen Räumen ein Kammermusiksaal für 100 Personen eingerichtet. Gleichzeitig wurde die Stadtbücherei wieder ins Schloss gebracht sowie eine Heimatstube geschaffen.

Leider verfällt (auch mutwillige Zerstörung) das alte Schloss seit den letzten Jahren immer mehr.

 


Seit dem 01.05.2000 kümmert sich der gemeinnützige „Schlossverein Blankenhain e.V.“ (derzeit über 150 Mitglieder), um das zerfallene Blankenhainer Schloss.
Bereits ein Jahr später wurde der erste Bauabschnitt (Dachsanierung) abgeschlossen.

Hinweis: Der Schlossverein führt Führungen durch das Schloss durch.

 

 


Quellennachweise: 700 Jahre Blankenhain
Photonachweis: Fred Ruppe