Stadtkirche St.Severi

Stadtkirche St.Severi zu Blankenhain

St.Severi zu Blankenhain


Die Blankenhainer Stadtkirche St.Severi besitzt einen Glockenturm von 43 Metern Höhe. Ihren Namen "Sank Severi" verdankt die von 1481-93 auf den Grundmauern einer älteren Kirche erbauten spätgotischen Kirche der kirchlichen Verbindung Blankenhains mit Erfurt. Die Urkunde darüber stammt aus dem Jahre 1517 und befindet sich im Erfurter Stadtarchiv. 1525, nur acht Jahre später, wurde in Blankenhain die Reformation eingeführt.


Blick zum Altar

Wenn man ein paar Schritte unter der ersten Empore hervor in Richtung Altar läuft, sieht man neben den bunten Glasfenstern (von 1886) das große Kruzifix über dem Altar. An filigran wirkenden Ketten schwebt der Gekreuzigte zwischen Himmel und Erde. Erst seit der letzten Renovierung (1981) hängt dieses Kruzifix, eine Schnitzerei aus dem 16.Jahrhundert, über dem Altar. Nicht zufällig hat "Werkmeister Heinrich Geßner" 1493 den Chorraum mit dem Altar Richtung Osten gebaut. Hier geht die Sonne auf und beginnt der neue Tag - hier bringt Christus Licht in meine Dunkelheit und schenkt mir neues Leben ...

Bis zu fünf Altäre standen in katholischer Zeit in der Blankenhainer Kirche. Reste der ursprünglichen katholischen Pfarrkirche kann man heute noch im Inneren der Kirche sehen (das kleine Holztürchen des Sakramentsschreins in Augenhöhe in der linken Wand des Altarraumes).

Ansicht der Orgel

Auffälliger jedoch von der mittelalterlichen Ausstattung sind die sieben Schnitzfiguren eines spätgotischen Tafelaltars. Sehenswert ist auch die mit Kreuzgratgewölben gebaute Sakristei, die mit kräftigen Farben, so wie in der Gotik verwendet, bemalt wurden. In einem der beiden Räume, der als Gebetsraum eingerichtet ist, hängt in der Fensternische eine auf den ersten Blick abstoßende Christifigur ohne Gliedmaßen und Bemalung. Die wertvolle Schnitzerei aus dem 16. Jahrhundert wurde vor einigen Jahren auf dem Boden der Rottdorfer Kirche gefunden und nach ihrer Restaurierung in "rohem" Zustand zurückgegeben.

Detailansicht der Orgel

Wenn Sie aus der Sakristei heraustreten und hinüber in Richtung Turmseite schauen, wird Ihr Blick sicher an dem schönen barocken Orgelprospekt stehen bleiben. Die pneumatische Orgel hat zwei Manuale mit 11 bzw. 10 (Schwellwerk) Registern und Pedalwerk mit weiteren 6 klingenden Stimmen. Im Langhaus am nördlichen Triumphbogen-Teil befindet sich ein großes reich und in maßvollem Rokoko verziertes Grabmal. Auf diesem stehen links die betende Figur der Treue und Unschuld (neben ihr die Taube auf einem Eichenzweig), rechts die Ewigkeit (in der Hand eine Schlange, zu Füßen eine umgestürzte Urne). Noch weitere Grabsteine befinden sich in der Kirche, so z.B. für den Grafen Gottfried von Hatzfeld von 1689.

Die Heilige Familie

Eine Rarität der Kirche ist das kleine Glasfenster links neben der "Heiligen Familie". Es stammt aus dem 16.Jahrhundert und zeigt einen knienden Apt, der in der rechten Hand einen Krummstab und in der Linken eine Kirche hält.
Die drei Stahlglocken im Kirchturm wurden 1922 von der Firma Ulrich & Weule in Apolda gegossen. Die Große mit 1.950 kg (es), die Mittlere 1.100 kg (ges) und die Kleine mit 500 kg (b). Zur selben Zeit und wohl als zweite Kirche in Thüringen wurde in Blankenhain eine elektrische Läutevorrichtung installiert. [Die alten Bronzeglocken, von denen die Große und die Mittlere dem 1.Weltkrieg zum Opfer fielen, stammten von 1801. Die kleine Glocke konnte gerettet werden und hängt heute in der seit 1969 wieder der Katholischen Gemeinde gehörenden Nonnenkirche in Blankenhain.





Jeden Sonntag findet ein Gottesdienst mit Kinderbetreuung statt.
Täglich läutet um 18.00 Uhr für drei Minuten die mittlere Glocke.
In der Stadtkirche zu Blankenhain finden das ganze Jahr über zahlreiche Veranstaltungen statt.

Pfarrgarten

Impressum:
Quellennachweis: -Mit freundlicher Unterstützung von Pfarrer Widiger
Fotonachweis: -Fred Ruppe