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Lotschen

Die Gemeinde Lotschen liegt etwa 4,5km in östlicher Richtung von Blankenhain entfernt und hat am Nordrand der Dorfanlage Reste einer wallartigen alten Dorfbefestigung. Ein Bodenfund aus der jüngeren Steinzeit ist bekannt.
Lotschen wurde verhältnismäßig spät um 1450 in einer Aufzählung von Orten der Terminiarbezirke des Augustinerklosters Erfurt als Lotzhayn erwähnt. Ab 1552 heißt der Ort Lotzschen. Der Name kann aus slaw. lucian = Wiese oder germ. als "Hagensiedlung des Lotz" (germ. Vorname) erklärt werden.
Das Dorf gehörte zur Herrschaft Blankenhain. Im Jahre 1585 bestand ein Freihof des Rittergutes Blankenhain im Ort. Vor 1640 ist dieser total abgebrannt und war im Jahr 1655 noch wüst.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort völlig zerstört; 1642 konnte kein Teil der Ortsflur bestellt werden.

Die Bevölkerung lebte früher ausschließlich von der Landwirtschaft, seit dem frühen 20.Jahrhundert nahm aber auch die Arbeiterbevölkerung zu, die vorwiegend in Blankenhain beschäftigt war. In der Landwirtschaft herrschten groß- und mittelbäuerliche Besitzverhältnisse vor. Es gab 1730 9 Anspanngüter mit 11 Besitzern und 6 Hintersattler. Das Handwerk war unbedeutend, in den Jahren 1802 und 1858 kein, 1880 1 und 1930 kein Betrieb.
Zur Gemeinde zählt seit 1850 das Kammergut Kottenhain.
Lotschen gehörte zur Kirche Keßlar und zur Schule Drößnitz.

 

Fassadenmalerei in Lotschen
Fassadenmalerei in Lotschen



Quellennachweis: -Der Landkreis Weimar - Eine Heimatkunde
Photonachweis: -Fred Ruppe