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Neckeroda

 

Neckeroda
Waidstein in Neckeroda

Die Gemeinde Neckeroda liegt ca. 5,5 km in 465 m Höhe südlich von Blankenhain, direkt an der B 85. Neckeroda ist ein in Ansätzen noch erkennbares Rundlingsdorf das im Jahre 1285 als Neuwekrode erstmals urkundlich erwähnt. Im Ursprung war Neckeroda eine slawische Siedlung.
Im Jahre 1421 wurde Neuwekrode kurmainzisches Lehen der Grafen von Gleichen. Im 13.-16. Jahrhundert kreuzten sich um Neuwekroda alte Handelsstraßen und die Bewohner der Dörfer Spaal, Gabritz und Wüstenbuch siedelten sich in Neuwekrode an. Im 16.Jahrhundert fand ein politischer Wechsel Neckerodas an den Grafen von Hatzfeld und Herrn von Mandelsloh statt. Neckeroda fällt erneut an andere Grafen bzw. fürstliche Herren.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde Neckeroda Besetzt und Ausgeplündert. 1663 wurde die bäuerliche Befestigungsanlage, auch Natur-Schutz-wall genannt, durch Bauern errichtet. Im Volksmund wird dieser Natur-Schutzwall als "Die Hecke" bezeichnet und als Bodendenkmal anerkannt ist. Diese doppelte Wallanlage der mittelalterlichen Dorfbefestigung blieb bis heute größtenteils erhalten. Der äussere Wall ist 4 m breit und noch jetzt bis zu 2 m hoch, der innere ist knapp 3 m breit und 1,20 m hoch. Der Wall besteht aus einer Steinmauer. Um ein Auffinden der Anlage zu erschweren, wurden Bepflanzungen vorgenommen.

In früherer Zeit soll das Dorf nur über eine Zugbrücke, der heutigen Zufahrtsstraße zu erreichen gewesen sein.
Ausserhalb der Befestigungsanlage befindet sich mit 477,7 m über NN die höchste Erhebung der Gegend, Wache genannt, mit einer umbauten Linde.

Die Ortsstruktur mit dem bebauten Anger ist noch fast vollständig erhalten. Weiter wäre in Neckeroda das alte Gangsystem noch zu erwähnen, daß auch mit ein Beweis für das Alter des Ortes ist. Diese Gänge, teilweise eingefallen, und in ihrem Verlauf der heutigen Generation nicht mehr genau bekannt, sind teilweise verbaut in den Kellern noch zuerkennen. Es ist anzunehmen, daß sie als Fluchtmöglichkeiten bei Feuer und Krieg genutzt wurden und wahrscheinlich unter dem Ort Sternförmig verlaufen, heute zum großen Teil, besonders am unteren Berg mit Wasser gefüllt sind.
Weitere Besonderheiten von Neckeroda sind die drei Linden ausserhalb des Ortes an der hohen Strasse. Eine davon ging in den 50er Jahren ein. Eine Neue wurde am 01.05.1997 durch Fam. Stein gesetzt. Bei diesem Platz könnte es sich um einen Versammlungs- oder Richterplatz handeln.

 

altes Siegel von Neckeroda
Wappen von Neckeroda

Das Ortssiegel stellt für die dörfliche Ansiedlung typisch die Linde als Zentrum der Gerichtsbarkeit dar.
Die Dorfkirche trägt auf ihrem Turm eine Wetterfahne aus dem Jahr 1606 und könnte an einen verspäteten gotischen Turmbau erinnern. Das Gotteshaus hat aber einen romanischen Kern. Ein weiteres historisches Gebäude ist das ehemalige Schulgebäude, welches ein Coudray-Bau ist und zwischen den Jahren 1790 und 1820 entstanden ist.
Ein großes Schadfeuer zerstörte am 24.05.1776 Neckeroda. Johann Wolfgang von Goethe war mit einer Rettungsmannschaft, aus Weimar kommend, anwesend.
Preußische Truppen bezogen 1806 bei Neckeroda Stellung gegen Napoleon.
Im Jahre 1834 wurde eine Straße von Teichel nach Neckeroda gebaut.

Seit 1993 besteht für Neckeroda Ensembleschutz. Dieser Umstand beeinflusst die heutige Entwicklung wesentlich und setzt Maßstäbe für die Erhaltung. Mit Fachwissen und Liebe zum Detail wurden und werden unter Beachtung des Denkmalschutzes viele Wohngebäude, Scheunen und Nebenanlagen instandgesetzt. Der Anteil der Eigenleistung der Bürger ist dabei sehr hoch.

Heute herrscht in der ca. 210 Seelengemeinde ein reges Vereinsleben, u.a. "Thüringer Färbedorf Neckeroda e.V.", Spinnstube, Landfrauenverein, Faschingsverein, Kulturverein, Feuerwehr, Jagdgenossenschaft, Waldgenossenschaft sowie einen Kinder und Jugendclub. Die Forstbetriebsgenossenschaft des Ortes besitzt ca. 72 ha zusammenhängendes Waldgebiet.

Mehr Informationen unter
www.faerbedorf-neckeroda.de


Quellennachweis: mit Unterstützung der Gemeinde Neckeroda
Photonachweis: Fred Ruppe