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Obersynderstedt

Die Gemeinde Obersynderstedt, etwa 5km östlich von Blankenhain gelegen ist eine alte fränkische Siedlung (6.-8. Jahrhundert). Bei Ausgrabungen im Inneren der Kirche fand man zwei kleine fränkische Grabkreuze sogenannte "Krähenfüße" sowie beim Verputzen der Nordseite eine sehr alte Ritzzeichnung, die ein heidnisches Fruchtbarkeitssymbol aus vorfränkischer Zeit darstellt. Die Christen haben später ein Kreuz eingemeißelt und es somit "christianisiert". Bedenkt man nun noch das über dem Dorf die Flur "Die Wache" liegt, wo vielleicht kultische Feuer bewacht worden sind, so kann man auf ein heidnisches Heiligtum schließen.

Der Ort wurde erstmals im Jahr 1321 in einer Urkunde des Schenken von Nebra für Kloster Oberweimar als Superior Synderstete genannt. Der Ortsname ist sprachlich als "Siedlung des Sinter" (= germ. Personenname) zu erklären.

Im Mittelalter ist grundherrlicher Besitz des Klosters Oberweimar nachzuweisen. Das Dorf gehörte zum Rittergut Niedersynderstedt. Die Bevölkerung des kleinen Dorfes lebte von der Landwirtschaft. Das Handwerk war nur schwach ausgebildet. Es wurde 1858 und 1880 jeweils nur 1 Betrieb erwähnt. Seit dem 19.Jahrhundert hat Obersynderstedt auch eine Schenke.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort nahezu völlig zerstört.

Die Kirche gehörte zur Pfarrei Niedersynderstedt. In der Kirche findet man eine alte Inschrift in einem Fenster der Südseite mit der Jahreszahl 1605. Die Glocken sind aus dem Jahr 1454. Der Kirchenbau erhielt seine heutige Gestalt 1709 bis 1712 durch einen barocken Umbau und letztlich durch eine umfassende Restaurierung in den Jahren 1981 bis 1982.
Ein Lehrer wurde erstmals 1650 genannt, später wurde das Dorf nach Söllnitz eingeschult.
Das alte Gemeindesiegel zeigt eine Linde mit Wald auf einem Felsen.
Im Jahr 1926 zählte der Ort 80 Einwohner.


Quellennachweis: Der Landkreis Weimar - Eine Heimatkunde