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Rottdorf

 

Rottdorf
Fachwerkhaus in Rottdorf

Die Gemeinde Rottorf liegt ca. 1,5 km östlich von Blankenhain entfernt.
Rottdorf ist einer der urkundlich ältesten Orte im Landkreis Weimar. In einem Güterverzeichnis der Reichsabtei Fulda wurde der Ort bereits um 860 erwähnt. Der Name bedeutet "Siedlung an gerodeter Stelle".

Im Mittelalter sind Besitzungen der Abtei Fulda, im 12.Jahrhundert des Grafen Wichmann und des von ihm gegründeten Klosters Kaltenborn bei Sangerhausen sowie des Marienstifts in Erfurt nachweisbar.
Die ökonomischen Verhältnisse waren durch die Landwirtschaft bestimmt. Im 16.Jahrhundert wurde Waid angebaut. Die Besitzstruktur war groß- und mittelbäuerlich. Im Jahre 1486 gab es 18 Anspanngüter, um 1610 7 Anspänner und 12 Handfröner, 1730 7 Anspanngüter mit 10 Besitzern und 12 Hintersattlern. Das Handwerk war im 19.Jahrhundert nicht unbeachtlich, ging dann aber schnell zurück und war ganz auf die Landwirtschaft eingestellt. Die Gemeinde hatte schon im 17 Jahrhundert Brau- und Schankrechte.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Rottdorf stark zerstört, 1642 konnten nur 4% des Ackerlandes bestellt werden.
Eine Kirche wurde erstmals 1119 erwähnt und ging damals aus dem Besitz des Grafen Wichmann an den Marienstift in Erfurt über. Sie war Filial von Blankenhain. Im Jahr 1696 brannte sie ab und wurde 1708 wieder aufgebaut. Die Wetterfahne zeigt eine Meerjungfrau mit Fischschwanz. Hier gehen die Vermutungen vom heidnischen Kultplatz bis hin zu einem großen See. Vielleicht zog sich damals der "Seeteich" mit Ried- Sumpfgras bis an den Ort. Noch heute ist das Gebiet von Rottdorf in Richtung Blankenhain sehr feucht. Schönster Schmuck der Kirche ist der wertvolle Marienaltar aus einer Saalfelder Werkstatt von ca. 1500. Die beiden alten Glocken verschwanden im 1. Weltkrieg und wurden 1922 durch neue ersetzt.

Eine Schule wurde im Jahre 1718 bis 1725 errichtet. Sie hatte bis 1945 nur einen Lehrer.
Eine besondere Gemeindeordnung wurde 1720 erlassen.
Im Jahr 1926 wohnten 234 Personen in Rottdorf.
Ein altes Gemeindesiegel zeigt Maria mit dem Kinde, von zwei Bäumen eingerahmt.



Quellennachweis: Der Landkreis Weimar - Eine Heimatkunde
Photonachweis: Fred Ruppe