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Saalborn

 

Saalborn
Saalborn

Die Gemeinde Saalborn liegt ca. 3,5 km in nördlicher Richtung von Blankenhain entfernt.
Der Ort wurde erstmals 1136 als Sarbunen in einer Urkunde Lothars III. für Kloster Kaltenborn genannt. Den Namen deutet man als "Quelle im Riedgras". Der Ortsname erscheint 1280 als Saarborn. Im 12.Jahrhundert gehörte der Ort zur Grundherrschaft des Grafen Wichmann und kam dann kurze Zeit an das von Wichmann gegründete Kloster Kaltenborn bei Sangerhausen. Auch ist grundherrlicher Besitz der Klöster Oberweimar und Berka nachweisbar. Das Dorf gehörte schließlich zur Herrschaft Berka. Hinsichtlich der grundherrlichen Rechte war es zwischen dem Amt und dem Rittergut Saalborn geteilt. Die Landeshoheit über das Rittergut und die dazu gehörigen Häuser (1810 40 Einwohner) war allerdings zwischen den Ämtern Berka und Blankenhain umstritten. Die Lehens- und auch die Landesherrschaft wurde aber von Blankenhain ausgeübt.

 

Kirche zu Saalborn
Kirche zu Saalborn


Die Kirche stammt wahrscheinlich aus dem späten 12.Jahrhundert. Ende des vorigen Jahrhunderts fand man auf dem Kirchenboden ein einzigartiges und wertvolles Kleinod, ein romanisches Vortragekreuz aus Kupfer mit Spuren früherer Vergoldung. Eine Pfarrei wurde erstmals 1422 erwähnt. Sie wurde aber 1896 aufgehoben und wurde Filial von Blankenhain. Eine Schule ist seit 1605 nachweisbar. Sie hatte noch 1945 nur einen Lehrer. Ein altes Gemeindesiegel zeigt einen Weidenbaum.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort fast vollständig zerstört. 1642 konnten nur noch 17 Prozent der Flur bestellt werden.
Ein Großbrand im Jahre 1791 vernichtete einen Teil des Ortes.
Bis ins 19.Jahrhundert lebten die Einwohner fast ausschließlich von der Landwirtschaft. Neben dem kleinen Rittergut (1884 64 ha) war vor allem mittelbäuerlicher Besitz vorhanden. Es gab 1715 insgesamt 6 Anspänner und 12 Handfröner, 1741 gab es 4 Anspänner und 6 Handfröner. Das Handwerk war für die Größe des Ortes schon im 18.Jahrhundert verhältnismäßig stark vertreten. Dabei wurden Hausweberei und Korbflechterei betrieben. Im Jahre 1750 wurde in der Ortsflur eine Ziegelei erwähnt. Auch Bauhandwerker waren ansässig. Im 20.Jahrhundert fiel dann die Zahl der Handwerksbetriebe in Saalborn schnell ab. Immer mehr Einwohner suchten Arbeit außerhalb. Die Zahl der Handwerksbetriebe wurde 1858 mit 4, 1880 mit 11 und 1930 mit 2 angegeben. Saalborn war im 19. und frühen 20.Jahrhundert ein "Walddorf" mit einem "mäßig großem" Rittergut sowie einer "geringen Zahl von Bauerngütern", zumeist aber armer Tagelöhner und Holzhauern. Zum Rittergut gehörte seit 1805 eine Brauerei (im Ort befand sich bereits im 19.Jahrhundert eine Gastwirtschaft), auch eine Mühle war seit 1808 vorhanden.

Früher lief die Straße Berka - Blankenhain durch den Ort Saalborn. Seit dem Chausseebau von 1833 bis 1838 führt die Hauptstraße weit am Ort vorbei. An der Chaussee errichtete 1835 Friedrich Söllner, "Polkafrieder" genannt, ein Haus und eröffnete bald danach eine Gaststätte, die zunächst "Zur Polka", dann "Zum guten Kameraden" hieß. Hier wußte sich die ärmere Bevölkerung von Saalborn, Berka und Blankenhain im 19.Jahrhundert "lustige Abende zu bereiten". Diese Ansiedlung wurde dann auch Neusaalborn genannt.
Eine andere Gaststätte, die dem Rittergutsbesitzer gehörte, wurde 1810 in dem nach Müllershausen führenden Tal unter dem Namen "Zum deutschen Haus" am Reisberg errichtet. Hier befanden sich wohl schon früher Bierkeller der Brauerei. Das Gebäude diente später als Sitz eines Revierförsters.
Saalborn war von 1887 bis 1967 Haltestelle an der Weimar - Berka - Blankenhainer Eisenbahn.


Im einstigen Gut ist heute ein Wohnheim mit Werkstatt für geistig Behinderte des Lebenshilfe - Werk e.V. untergebracht.


Quellennachweis: Der Landkreis Weimar - Eine Heimatkunde
Photonachweis: Fred Ruppe