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Tromlitz

Die Gemeinde Tromlitz liegt ca. 6,5 km östlich von Blankenhain.
Der Ort wurde erstmals im Jahre 1227 im Zusammenhang mit dem Familiennamen de Dromeliz in einer Urkunde des Burggrafen Albert von Kirchberg erwähnt. Tromlitz hatte früher eine Burg die stark befestigt gewesen sein muß. 1337 wurde das Dorf Drompnitz genannt. Der Ortsname ist slawischen Ursprungs und bedeutet "zu den Leuten des Drogomil" (slaw. Personenname). Im 13.Jahrhundert tritt ein Adelsgeschlecht der Truchsesse von Tromlitz als Ministerialen der Grafen von Weimar-Orlamünde mit Grundherrlichem Besitz im Ort auf. Auch waren Güter und Rechte des Klosters Oberweimar vorhanden. Die Burg wurde 1375 an die Familie Kersten verkauft. Im späten Mittelalter gehörte Tromlitz zur Herrschaft Remda der Grafen von Gleichen, wurde aber 1631 unter Behaltung der Patrimonialgerichtsherrschaft zum Amt Weimar genommen.

Im 17.Jahrhundert erhielt der Ort ein Schlösschen, daß aber 1945 abgerissen wurde.
Die Bevölkerung lebte von der Landwirtschaft. Die Zahl der Handwerksbetriebe im Ort belief sich 1858, 1880 und 1930 auf je 3. Das Handwerk war vorwiegend für Dienstleistungen an landwirtschaftlichen Geräten tätig. Neben dem Rittergut (1884 171ha) war noch mittel- und kleinbäuerlicher Besitz vorhanden. Das Dorf war auch im 19. und frühen 20.Jahrhundert vorwiegend ein Rittergutshof. Im 19.Jahrhundert war im Dorf auch eine Brauerei mit Gastwirtschaft ansässig.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Dorf fast vollständig zerstört. Im Jahre 1642 konnte nur noch 8% der Flur bestellt werden.

Auf dem alten Burggelände steht heute die Kirche, sie war Filial von Niedersynderstedt. Die Kirche hat die Grundrißform einer später nach Osten erweiterten romanischen Chorturmkirche. Es gibt Vermutungen, der Turmteil mit den ausgesprochen starken Mauern sei einst der Bergfried der Vorburg gewesen. Die Fenster stammen überwiegend aus dem 17. und 18.Jahrhundert. Den Altar schmückt ein restauriertes kleines Kruzefix des 18.Jahrhunderts. Außerdem besitzt die Kirche einen vergoldeten Kelch von 1574 und ein kleines Wappenschild aus dem 16.Jahrhundert. 1969 stürzte ein Teil des Turmes ein, so daß die barocke Haube abgenommen und 1975 durch ein schlichtes Satteldach ersetzt wurde. Ein Lehrer wurde zwar 1650 genannt, doch war seit dem 18.Jahrhundert das Dorf nach Niedersynderstedt eingeschult.
Ein altes Gemeindesiegel zeigt zwei sich zum Bunde reichende Hände.
1926 lebten 154 Personen in Tromlitz.