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Großlohma

 

Kirche zu Großlohma
Kirche zu Großlohma

Die Gemeinde Großlohma liegt ca. 4,5 Km in einer Höhe von knapp 400 m von Blankenhain in nordöstlicher Richtung entfernt. Großlohma wurde erstmalig in einer Urkunde des Heinrich von Kranichfeld für Kloster Oberweimar im Jahre 1332 als Lome erwähnt. Großlohma wurde früher als "Rundling" bezeichnet. Dieser Name sagt schon aus, dass es sich hier um ein Platzdorf handelt, dessen Struktur bis heute noch sehr gut erhalten ist. Der Dorfplatz ist mit einigen Gehöften bebaut und durch eine Teichanlage unterstrichen. Eine Pfarrei wurde erstmals 1352 erwähnt. Die Kirche ist eine romanische Anlage mit einem sehr schönen barocken Grabstein. Die Wetterfahne zeigt mit der Jahreszahl 1709 den barocken Umbau der Anlage. Die Orgel entstand um 1800 und die Glocke wurde 1831 in Apolda gegossen. Eine zweite kam 1966 hinzu.

Erst 1499 wurde der Ort Großen Lohmen genannt. Der Ort ist slawischen Ursprungs und gehörte früher ganz zur Herrschaft Blankenhain. Die Landwirtschaft bestimmte die ökonomische Entwicklung des Ortes, wobei groß- und mittelbäuerliche Besitzverhältnisse vorherrschten. Im Jahre 1547 wurde der Ort durch Schwäbisches Kriegsvolk Ausgeplündert (nur ein Pferd blieb vom ganzen Tierbestand übrig). Großlohma bestand 1584 aus 24 Wohnhäusern. Im Dreißigjährigen Krieg (1640) wurde der Ort fast völlig zerstört. So konnte 1642 nur 1% der Ortsflur bestellt werden. Von 22 Familien waren 1642 nur noch 5 Familien in Großlohma wohnhaft.

Wegen der ungünstigen Bodenbedingungen herrschte im 19.Jahrhundert "mäßiger Wohlstand bei vieler und harter Arbeit".
23 Personen des Ortes zogen in den 2.Weltkrieg, davon kehrten 8 nicht zurück. Zerstörungen des Ortes gab es nicht, da sich die Luftangriffe auf Weimar, Erfurt und Jena konzentrierten. Flüchtlinge aus Ost und West kamen in die Gemeinde. 1946 wurden 54 Umsiedler von Großlohma aufgenommen.
Die seit dem 18.Jahrhundert nachweisbare Schule hatte noch 1945 nur einen Lehrer.

Am 1. Juli 1950 wurden die Gemeinden Großlohma und Kleinlohma als Gemeinde Lohma zusammengelegt. 1953 wurde die Trinkwasserversorgung für alle Anwohner gewährleistet (schon in früheren Zeiten hatte der Ort durch die Tieflage des Grundwassers, an Wassermangel zu leiden). Von 1955 - 1956 wurde an der Kanalisation des Ortes gearbeitet.
Das Gewerbe ist sehr schwach in Großlohma ausgeprägt. Zur Zeit gibt es keinen Gewerbebetrieb im Ort.



Quellennachweis: mit Unterstützung der Gemeinde Lohma / Chronikmaterial von Franziska Prange
Photonachweis: Fred Ruppe