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Kottenhain


Das ehemalige Dorf und Gut Kottenhain liegt ca. 3,5 km südlich von Blankenhain auf der Kottenhainer Höhe (441m).
Kottenhain ist eine Ansammlung von 13 Gebäuden ohne dörflichen Kontext auf einem 4,6 ha großen, umzäunten Grundstück. Es ist von Feldern umgeben und wird lediglich im Westen durch ein Wäldchen begrenzt. Die unmittelbaren Nachbardörfer sind Alt- und Neudörnfeld, Lotschen, Drößnitz und Wittersroda.
Kottenhain gilt als temporäre Siedlungswüstung, als Dorf nicht mehr existent, es war aber immer wieder zeitweise besiedelt oder bewirtschaftet.

Ursachen für den Untergang des Dorfes sind in der Regel nicht die Verwüstungen durch Kriege. Die in der Rodungsperiode gegründeten Niederlassungen hatten von vornherein mit außerordentlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. In Kottenhain war es der minderwertige steinreiche Boden in hangiger und wasserarmer Lage, der das Land unattraktiv machte. Die baulichen Reste des 19.Jahrhunderts sind noch vorhanden.
1387 ist in einer Urkunde im Staatsarchiv Weimar ein Hans Kotinhayn, Ratsmann im Rat der Stadt Weimar, bezeugt. Damit könnte die erste urkundliche Erwähnung des Ortes bzw. eines ehemaligen Einwohners von Kotinhayn gegeben sein. Seit 1432 gehörte der Ort durch Ankauf zur Herrschaft Blankenhain. Im Jahre 1464 wurde das Dorf "zum Leibgedinge der Gemahlin Ludwigs" genannt und wurde um 1500 wüst. 1533 wurde es vom Grafen Adolf von Gleichen- Remda für 100 Gulden weiterverkauft. Zu dieser Zeit war das Dorf schon unbewohnt. Als Schäferei und Gutshof ist u.a. auch Kottenhain 1573 urkundlich bezeugt. Eine am Stallgebäude im Gutshof eingemauerte Inschrifttafel weist auf eine bauliche Phase um 1568 hin. Durch den Fund eines Taufsteins (1973) in einer eingestürzten Wand des Gutshofes konnte die Existenz einer Kirche nachgewiesen werden.

1582 bestand hier ein Weingarten der Tromlitzer Herrschaft. Im Jahre 1660 wurde das "Guth Kottenhain" erwähnt. Auf einer Karte von 1790, "Das Fürstentum Weimar", wird der Ort mit "Guttenhayn" betitelt. 1839 wurde das Gut zum Kammergut Kottenhain ernannt.
Mündlichen Überlieferungen zufolge mußten jüdische Besitzer 1942 unter der Naziherrschaft das Gut Kottenhain zwangsverkaufen. Der neue Gutsherr Bauer wurde nach Kriegsende nach Buchenwald verschleppt, wo er jedoch nie ankam. Von 1945 bis 1955 war das Gut Eigentum des Kreisrates des Landkreises Weimar, dann ging es in den Besitz des Volkseigenen Gutes Neudörnfeld über.

1992 verließ der letzte Bewohner den Ort und die Verwaltung ging an die Treuhand-Liegenschafts-Gesellschaft über. Diese konnte das Objekt zu den in verschiedenen Gutachten ganannten Verkehrswerten nicht veräußern. So verwandelte Vandalismus die Häuser in Ruinen und das Gelände wurde zur Müllkippe.

Seit 1996 bemüht sich die Kottenhain GbR um das Objekt, wodurch ein Restitutionsanspruch des Freistaates Thüringen ausgelöst wurde. In diesem Zusammenhang kam es zu einer öffentlichen Ausschreibung, bei der sie den Zuschlag erhielten. So konnte das ehemalige Gut Kottenhain im Dezember 1997 von der zu diesem Zweck gegründeten Kottenhain GbR erworben werden.



Mehr Informationen über Kottenhain GbR:
www.kottenhain.de







Quellennachweis: Broschüre "Kottenhain" (Kottenhain GbR)
Textbearbeitung: Fred Ruppe