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Keßlar

 

Wappen von Kesslar
Ein altes Gemeindesiegel
zeigt einen Kessel,
welcher über einem Feuer steht.

Die Gemeinde Keßlar liegt ca. 5,5 km südöstlich von Blankenhain.
Der Ort wurde erstmals 876 im Ingelheimer Protokoll wegen des Zehntstreits in Thüringen zwischen Fulda und Mainz als Kezzilari genannt. Im Jahre 1227 wurde der Ort Kezzieri, 1351 superior Kesseler und 1497 Oberkesseler genannt. Der Ortsname ist sprachlich als "die im Talkessel Wohnenden" zu erklären. Die Dorfanlage ist mit Sicherheit eine germanische Gründung. Keßlar gehörte im 12.Jahrhundert zu den Besitzungen des Grafen Wichmann, 1129 ist auch ein Adelsgeschlecht von Keßlar nachweisbar (eindeutig konnte das Adelsgeschlecht allerdings nicht mit diesem Ort identifiziert werden). Grundherrlichen Besitz hatten im 14. und 15.Jahrhundert die von Kochberg und von Eichenberg, die Kirche zu Orlamünde und das Stift Ettersburg.

Im 15.Jahrhundert gehörte der Ort zur Herrschaft Schauenforst, mit der es 1426 die Wettiner erwarben, 1464 kam es für kurze Zeit an die Grafen von Gleichen , wurde dann aber von den Wettinern zurückerworben und ihrem Amt Leuchtenburg (bei Kahla) unterstellt. Seit dem 15.Jahrhundert gehörte Keßlar zum Patrimonialgericht Gumperda im Amt Leuchtenburg.

Die Landwirtschaft bestimmte die ökonomischen Verhältnisse des Dorfes. Es herrschte mittelbäuerliche Besitzstruktur vor. Im 15.Jahrhundert waren hier auch Weinberge vorhanden. Das Handwerk war unbedeutend, 1930 wurde nur ein Betrieb erwähnt.
Eine Dorfkirche bestand in Keßlar schon vor der Reformation. Sie war Filial der alleinstehenden Pfarrkirche Pfarrkeßlar bei Drößnitz, wo seit 1578 ein Lehrer nachweisbar ist. Der Turm dieser Pfarre wurde 1067 erbaut. Einen eigenen Pfarrer hatte der Ort erst ab 1535. Die Kirche wurde nach einem großen Brand, der den ganzen Ort einäscherte, in den Jahren 1725 bis 1728 neu errichtet.
Früher führte ein uralter Handelsweg von oder nach Blankenhain durch Keßlar.
Im Jahre 1841 gehörte der Ort zum Herzogtum Sachsen- Altenburg. Auf dem westlich liegenden "Hainberg" fanden sich 1841 noch Spuren alter Gemäuer, die "Burg" genannt.
Keßlar wurde 1917 durch die Kraftwerk Thüringen AG elektrifiziert.

Ein altes Gemeindesiegel zeigt einen Kessel, welcher über einem Feuer steht.


Am 25.08.2001 feierte die Gemeinde ihr 1125 jähriges Bestehen u.a. mit einem historischen Festumzug.




Quellennachweis: -Der Landkreis Weimar - Eine Heimatkunde