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Krakendorf

 

Krakendorf
Krakendorf

Die Gemeinde Krakendorf liegt etwa 3,5 km südwestlich von Blankenhain entfernt.
Die Ersterwähnung von Krakendorf bereitet wegen des gleichnamigen, schon im Mittelalter als Siedlung aufgegebenen Ortes bei Gaberndorf gewisse Schwierigkeiten. Die Nennung von 1217 und 1283 beziehen sich mit Sicherheit nicht auf das heutige Dorf. Auch die Nennung um 1311 in einer Urkunde der Herren von Blankenhain wird kaum für das heutige Dorf in Anspruch genommen werden können. So gilt wohl erst die Erwähnung von "Crakindorff" in einer Urkunde des Heinrich von Rumberg von 1346 mit Sicherheit für den Ort Krakendorf bei Blankenhain.
Der Ortsname ist slawischen Ursprungs und auf den Personennamen Krak zurückzuführen.

Im Mittelalter waren die Grafen von Weimar-Orlamünde und die Klöster Pforte und Oberweimar mit grundherrlichem Besitz vertreten. Das Dorf gehörte zunächst zur Herrschaft Remda, später zur Herrschaft Niederkranichfeld und durchlief deren wechselvolle Geschichte.
Schon 1442 war Krakendorf ein eigener Amtsbezirk. Im Jahr 1611 gehörten zu diesem Amt fünfeinhalb Dörfer. Das Blankenhainer Rittergut hatte 1585 einen Freihof in Krakendorf und im Jahr 1642 lebten 21 Einwohner in 5 Häusern in dem Ort.

Die Bewohner lebten von der Landwirtschaft, die hier vor allem in mittelbäuerlichen Gehöften betrieben wurde. Um 1610 gab es 4 Anspänner und 24 Handfröner. Bis ins 19.Jahrhundert bestanden hier 2 Freihöfe, die dann als Großbauernwirtschaften fortgeführt wurden. Am Ende des 19.Jahrhunderts setzte sich das Dorf aus "mäßig begüterten Bauern und einer Anzahl von Arbeiter zusammen, die als Tagelöhner im Ort und als Maurer und Zimmerleute in Blankenhain ein mäßiges, aber ihren anspruchslosen Sinn befriedigendes Brot finden". Die Zahl der Handwerksbetriebe war im 19.Jahrhundert nicht unbedeutend, fiel dann aber schnell ab: 1802 und 1858 gab es 9, 1880 und 1930 je 2 Betriebe.

Die Elektrifizierung des Ortes hat erst 1937 stattgefunden.
Die Kirche war Filial von Lengefeld, seit 1833 von Thangelstedt und später von Hochdorf. Die ältesten Teile der Kirche weisen auf eine gotische Ostturmanlage hin. An der Westseite ist eine Tafel mit der Inschrift "Abel 1593" eingemauert. Eine Schule ist seit dem 18.Jahrhundert nachweisbar und hatte noch 1945 nur einen Lehrer.
Das alte Ortssiegel zeigt eine Tanne.



Quellennachweis: Der Landkreis Weimar - Eine Heimatkunde
Photonachweis: Fred Ruppe